Buchrezension: Einführung in die Ego-State-Therapie

Die Compact-Reihe des Carl-Auer-Verlags wurde berreichert durch die Einführung in die Ego-State Therapie. Kai Fritzsche und Woltemade Hartman gehören zur zweiten Generation der Therapeut_innen, die diesen Ansatz vertreten.

Entwickelt wurde dieser hypnoanalytische Ansatz in den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderst von dem amerikanischen Ehepaar John G. und Helen H. Watkins, vor allem in der Arbeit mit traumatisierten Kriegsveteranen.

Auch heute spielt dieser Ansatz vor allem in der Traumatherapie eine wichtige Rolle, aber auch bei anderen Problematiken wie Ängsten, Burn-Out, Depression, Trauer uvm. kann dieser Ansatz sehr effektiv wirken.

Der Ego-State Ansatz geht davon aus, dass jeder Mensch unterschiedliche innere Seiten bzw. Persönlichkeitsanteile besitzt. Diese Teile können z.B. ein eigenes Alter, eigene Empfindungen und Sichtweisen besitzen (wenn Sie sich z.B. als erwachsener Mensch manchmal sehr klein und kindlich fühlen). Bei psychischen, manchmal auch bei körperlichen Leiden kann es so sein, daß zwei oder mehrer innere Teile miteinander im Konflikt stehen (z.B. ein Teil will aufhören zu rauchen und ein anderer nicht). Nicht immer haben wir bewußten Kontakt mit diesen Teilen. In einer Therapie nach dem Ego-State Ansatz kann es darum gehen die eigenen inneren Teile bewußt wahrzunehmen um dann auch mit ihnen in Kontakt zu treten bzw. zu versuchen diese inneren Teile und ihre Absichten zu verstehen. Ziel jeder Ego-State-Therapie ist es, dass diese inneren Teile wieder miteinander kooperieren und dass die Klient_innen wieder mehr bewußte Handlungsautonomie über sich selbst gewinnen und sich somit die Leidenszustände verändern.

Hartman und Fritzsche bieten eine angenehm lesbare und kompakte Einführung in den aktuellen Ansatz der Ego-State-Therapie, empfehlenswert für alle Therapeut_innen, die sich mit der Arbeit mit inneren Teilen beschäftigen.

Fritzsche, K & Hartman, W (2010) Einführung in die Ego-State-Therapie. Carl Auer Compact Verlag

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